Bankwesen, Automobilindustrie, Lager, Stadtverwaltung, Bildung und Produktion. Auf den ersten Blick verschiedene Welten, doch überall zeigte sich dasselbe Problem: Fähige Menschen verbrachten zu viel Zeit mit Routinearbeit, die ein gut konzipiertes System übernehmen könnte.
Erfahrung aus der Praxis
Jaroslav Krc arbeitete in unterschiedlichen Umgebungen in der Slowakei, im Vereinigten Königreich und in Österreich. Er lernte Vertrieb, Führung, Verwaltung, Bildung und den Alltag von Produktionsbetrieben kennen. Dort erkannte er, dass Digitalisierung nicht mit der Frage beginnen sollte, welche Software ein Unternehmen braucht. Sie sollte mit der Frage beginnen, was Menschen nicht mehr von Hand erledigen müssen.
Die Verbindung zur Technik begann viel früher
Mit fünf Jahren saß er zum ersten Mal an einem Computer. In der Schule entwickelte er mit einem Mitschüler eines ihrer ersten Skripte — wirksam genug, um den gesamten Informatikraum für einen halben Tag außer Betrieb zu setzen. Es war noch kein durchdachtes System, zeigte aber bereits die Kraft weniger Codezeilen: Ein kleiner Eingriff kann eine ganze Arbeitsumgebung beeinflussen.
Vom Abendstudium zu eigenen Systemen
2017 nahm er neben seiner Arbeit das Informatikstudium wieder auf. Abends entwickelte er erste Programme, baute eigene Roboter und brachte ihnen die ersten Schritte bei. Es folgte eine Fachausbildung in Anwendungsentwicklung, Webtechnologien, Datenbanken, Infrastruktur und Cybersicherheit.
Zuerst Sicherheit. Dann Bildung
Die ersten professionellen Projekte konzentrierten sich auf Sicherheitssoftware. Später kamen Programmierunterricht und 2023 die Leitung des Projekts RedBlue Academy hinzu. Die Arbeit mit Studierenden prägte einen Grundsatz, der bis heute zu RedBlue gehört: Wenn sich ein System jemandem, der es nicht gebaut hat, nicht verständlich erklären lässt, ist es noch nicht fertig.
2026 wurde RedBlue gegründet
Als eigenständiges Unternehmen verband es Praxiserfahrung, Entwicklung, Kontrolle und Automatisierung zu einem Ganzen. Nicht um Unternehmen weitere Werkzeuge zu geben, sondern um Routine zu beseitigen, fragmentierte Prozesse zu verbinden und Menschen mehr Raum für jene Entscheidungen zu geben, bei denen sie wirklich gebraucht werden.
Ein Wendepunkt
Die Karten am Markt wurden neu gemischt.
Noch vor Kurzem wurde Softwareentwicklung in langen Monaten oder Jahren geplant. Sie erforderte große Budgets, umfangreiche Teams und die Bereitschaft, das Unternehmen an die Grenzen einer fertigen Lösung anzupassen. Leistungsfähige Modelle künstlicher Intelligenz haben dieses Verhältnis verändert.
Was für ein kleineres Unternehmen zu teuer oder zu weit entfernt war, lässt sich bei einem passenden Projekt heute innerhalb von Tagen oder Monaten entwerfen, entwickeln und überprüfen. Individuelle Software muss kein Privileg großer Unternehmen mehr sein. Sie kann genau abbilden, wie ein Betrieb arbeitet, und schrittweise jene Abläufe übernehmen, bei denen ein Mensch keine neue Entscheidung beiträgt.
Die Frage lautet nicht mehr, ob sich ein Unternehmen Automatisierung leisten kann. Wichtiger ist, was es bereits heute nicht mehr manuell erledigen muss.
Die Verwaltung verändert sich zuerst
Jedes Unternehmen hat Prozesse, die sich automatisieren lassen. In der Verwaltung kann das Ergebnis schnell sichtbar werden: Daten werden ohne Abschreiben übertragen, ein Dokument löst den nächsten Schritt aus und das System informiert einen Menschen nur dann, wenn eine Entscheidung erforderlich ist.
Die Produktion hat ihr eigenes Tempo
Produktionsprozesse bleiben mit der physischen Welt verbunden. Maschinen, Sensoren und weitere Komponenten müssen hergestellt, geliefert und angeschlossen werden. Die Software kann jedoch parallel entstehen — exakt abgestimmt auf Prozesse, Menschen und Technologien des jeweiligen Betriebs.
KI ist ein Beschleuniger. Kein Ersatz für Verständnis.
Schnellere Entwicklung führt nicht automatisch zu einem besseren System. Künstliche Intelligenz kann den Weg von der Idee zur funktionierenden Lösung deutlich verkürzen. Sie entscheidet aber nicht, welcher Prozess echten Wert schafft, wo menschliche Kontrolle bleiben muss oder welche Folgen eine falsche Entscheidung haben kann. Deshalb beginnen wir nicht mit Technologie. Wir beginnen mit dem Verständnis der Arbeit, die Technologie übernehmen soll.
„Technologie soll die Routine übernehmen. Den Menschen bleiben Entscheidungen, Verantwortung und der Raum, etwas Wertvolleres zu schaffen.“